11.8.022 Die Reise ist zu Ende

Diese Reise war eine unserer besten Ideen. In dieser verrückten Zeit, die für mich einen wesentlichen Umbruch bedeutet, tat uns der physische Abstand zu Deutschland sehr gut. Als wir 2019 unseren kleinen Sabbatical planten, ahnten wir nicht, dass sich das Leben so sehr ändert. Ein komplettes digital Detox, wie ich wenigstens für die ersten 14 Tage geplant hatte, konnte ich nicht durchziehen. Ich habe die Vorgänge in Deutschland verfolgt und konnte zumindest auf unserer Reise besser damit umgehen. Wenn ich wieder in Berlin bin, werde ich wieder voll mit einsteigen. Hilmar konnte ganz abschalten.

Nachher ist man immer schlauer ;-). Wir wären gerne an manchen Orten länger geblieben aber die Zeit fehlte uns, obwohl wir schon ein paar Stationen gestrichen haben. Ein halbes Jahr wäre für diese Tour besser gewesen. Das wir die ganze Reise mit Zelt bestritten haben war sehr „sportlich“. Wir haben kein Pärchen in unserem Alter getroffen, dass auch mit dem Zelt unterwegs war. Ich würde das nächste Mal mit einem zum Campingwagen ausgebauten Kastenwagen losziehen. Die sind noch knapp unter 6 m, so dass Parken kein Problem ist und stehen kann man darin auch. Aber das sind Schnapsideen, die wir im Moment sowieso nicht finanzieren können.

Lappland hat es uns besonders angetan. Aber wir waren im Sommer da. Ich kann mir gar nicht vorstellen, hier ein halbes Jahr im Dunkeln auszuhalten. Die Polarlichter möchte wir allerdings unbedingt noch erleben.

In Schweden und Finnland waren die allermeisten Campingplätze auch auf Wanderer eingestellt, hatten Kartenmaterial zur Verfügung und immer eine Sauna. In Norwegen war das, bis auf Korgen Camping, überhaupt nicht der Fall.

Auch Corona hat sich in den Ländern unterschiedlich angefühlt. In Schweden haben wir gar nichts davon gemerkt. Es waren gelegentlich Desinfektionsmöglichkeiten vorhanden. In Finnland haben wir dann schon mal einen jungen Verkäufer mit Maske hinter einer Plexiglasscheibe gesehen. Je weiter nördlich wie unterwegs waren desto unbedeutender wurde dieses Thema. Wir haben auch Deutsche getroffen die aus Deutschland ausgewandert sind, weil sie die Situation nicht mehr ertragen haben und wiederum eine junge Familie mit Baby, die überhaubt nicht verstehen konnte, das in Deutschland Menschen andere Menschen gefährden, weil sie keine Maske tragen. Im Urlaub war diese Familie ohne Maske unterwegs. In Norwegen sind auch überall die Schilder zum Abstand halten und Desinfektionsmöglichkeiten aber es interessiert Niemanden. Wenn ich dann mal eine Person sehe, die sich an der frischen Luft mit FFP2 Maske bewegt tut sie mir unendlich leid.

Was hat uns besonders beeindruckt:

  • die zum Teil grandiose Natur
  • die Wasserqualität sowohl in den Seen als auch dem Trinkwasser
  • das Fischangebot für Angler
  • das entspannte Autofahren
  • auch mal alleine zu sein auf der Straße und in der Natur

Wie hat unser Plan funktioniert

Uns hat ein bischen die Zeit gefehlt um sich in Ruhe auf die Orte einzulassen und die Möglichkeiten zu nutzen. Die Planung war etwas straff und wir haben ein paar Stationen gestrichen, aber dafür sind auch welche dazu gekommen. Unser Plan war ja auch als Leitfaden gedacht und sollte nicht strickt abgefahren werden. Wir haben also Ziele die wir noch einmal besuchen möchten. Unsere großen Wanderrucksäcke sind leider völlig unbenutzt geblieben. Am Anfang konnte ich noch nicht mal einen kleinen Rucksack tragen. Bei nicht alltäglichen Belastungen hat sich mein Wirbelbruch doch noch sehr bemerkbar gemacht. Dann konnte ich schon wieder einen kleinen Rucksack tragen und Hilmar hatte sich verhoben. Zum Schluß ist uns schlicht die Zeit davon gelaufen. Dieser Traum ist aber nicht begraben, er ist nur etwas aufgeschoben.

Welche Ausrüstung hat sich besonders bewährt und würden wir nicht missen wollen

  • beide Zelte (Tempest3/Wechsel und DoubleDreamer 5/ Robens) und unterschiedliche Heringe für jeden Boden
  • Daunenschlafsäcke von Sea to Summit
  • Isomatten von Outdoorer und zusätzliche Klappmatraze für Birgit
  • Funtkionsunterwäsche mit Merinowolle von Eisbreaker
  • Schlauchboot mit E-Motor
  • Tablet mit Tastaturcover
  • 2 flammiger Sprirituskocher
  • Thermoskanne, Pfanne
  • Alukiste mit Verschluß für Lebensmittel
  • unsere Plastiktonne zum Kühlen mit nassem Handtuch (das funktioniert natürlich nur in diesem Klima)
  • Powerbank
  • Axt zum Hämmern
  • Thermacell gegen Mücken
  • Wanderstöcke von Leki
  • Schaffell
  • Beinwellsalbe
  • Sony Systemkamere RX100VI
  • Barschrute
  • Wandersocken von Smartwool

Fazit

Warum haben wir das nicht eher gemacht? Wir wissen es nicht :-). Aber besser spät als nie. Wir haben es sehr genossen und kommen auch gerne wieder nach Hause. Ich bin schon neugierig wie in unserem Projekt auf Arbeit alles weiter gelaufen ist. Wir können uns jetzt noch nicht vorstellen wie es ist wieder in geschlossenen Räumen zu schlafen. Wenn wir uns zwischendurch eine Hütte gemietet hatten, konnten wir nicht so gut schlafen wie im Zelt.

Das meine Mutter so krank wurde hat für einige Aufregung gesorgt. Ich hatte mir schon einen Flug von Andenes (Norwegen) nach Hause ausgesucht. Glücklicherweise war dies nicht notwendig und unser Netzwerk zu Hause hat sehr gut funktioniert.

Morgen kehren wir ein wenig wehmütig nach Deutschland zurück.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Ludovic

    Very nice trip ❤️

  2. Marianne Schiemann

    Hallo ihr beiden,

    Vielen Dank, dass ihr euere Erfahrungen und Erlebnisse geteilt habt:) es hat Spaß gemacht, den Blog zu lesen und die Bilder haben für ordentlich Fernweh gesorgt.

    Ich hoffe, ihr habt euch inzwischen wieder an das Schlafen in vier Wänden gewöhnt oder habt ein großen Garten um das Zelt aufzuschlagen.

    Viele Grüße
    Marianne

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